Schweizerische Bundesbahnen SBB: Happy Birthday, Bahnhofsuhr



27.03.2019, Sie trotzt Wind und Wetter und wartet immer auf dem Perron: die Bahnhofsuhr. Seit 75 Jahren gibt sie Reisenden sowie dem Zug- und Lokpersonal den Takt vor. Damit ist sie das Symbol für eine pünktliche Bahn. Sieben Fakten zum Geburtstagskind.

Das letzte Wort hat die Uhr.
Auch wenn das Signal auf grün steht: Das letzte Wort zur Abfahrt hat die Uhr. So steht in den Schweizerischen Fahrdienstvorschriften: «Für die Abfahrt des Zuges ist die Bahnhofsuhr massgebend.» Heisst: Ohne pünktliche Uhr keine pünktliche Abfahrt.

Dass die Uhr selbst einmal verspätet ist, wie das beispielsweise vor einiger Zeit in Lugano passierte, kommt zum Glück sehr selten vor. Damals fuhren alle Züge von Lugano mit einer Verspätung von vier Minuten ab – mit weit reichenden Konsequenzen für die Pünktlichkeit auf dem ganzen Netz.

Uhrenvergleich, bitte!
Eine «Hauptuhr» sorgt in Bahnhöfen mit mehreren Uhren dafür, dass alle Uhren genau die gleiche Zeit anzeigen. Die «Hauptuhr» ist dabei eigentlich keine Uhr, denn sie zeigt die Uhrzeit nicht an. Aber sie empfängt einmal pro Minute das Zeitsignal und verteilt dieses an die anderen Uhren am Bahnhof. Das Zeitsignal empfängt sie in der Regel per GPS vom Satelliten.

Einige Hauptuhren nutzen DCF Funksignalempfänger, die das Zeitsignal des Funksenders aus Frankfurt empfangen. Diese Information sendet die Hauptuhr ein- bis sechsmal pro Minute an ihre «Verwandten» im Bahnhof. Denn diese zeigen - im Gegensatz zu ihr - die Zeit tatsächlich an.

Ist es wirklich schon so spät?
An den SBB Bahnhöfen sorgen knapp 5000 Bahnhofsuhren und rund 760 Hauptuhren dafür, dass Reisende, Kundenbegleiter und Lokführer wissen, wann es Zeit für die pünktliche Abfahrt ist. Übrigens: An den SBB Uhren dreht in der Regel niemand. Denn dank des Zeit-Codes, den sie via Hauptuhr empfangen, richten sie sich selbst.

Präzision und Pünktlichkeit der 4. Generation.
Vor 75 Jahren eroberten die ersten Bahnhofsuhren von Hans Hilfiker, einem SBB Mitarbeiter und Ingenieur die Bahnhöfe. Von den ersten Uhren ist heute keine mehr im Einsatz, da diese noch nicht automatisiert waren. Hinzu kommt: Die Bahnhofsuhr wartet immer auf dem Perron.

Zug um Zug. Und wer kann schon 75 Jahre lang ohne Pause zuverlässig und präzise Dienst leisten, während Wind, Nässe, Temperaturschwankungen und Bremsstaub einem zusetzen? Die Bahnhofsuhren können das in der Regel während rund 175 000 Stunden, oder anders ausgedrückt: rund 20 Jahre lang.


Medienkontakt:
Katharina Balande
Tel. +41 51 220 41 11
press@sbb.ch

Über Schweizerische Bundesbahnen SBB:
Wir bringen täglich über 1,25 Millionen Reisende und 205'000 Tonnen Güter ans Ziel. Aber wir sind mehr als nur die Eisenbahn: 32'300 leidenschaftliche Mitarbeitende machen uns zum Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und arbeiten mit uns an unserer Vision für die Mobilität der Zukunft.

Im Jahr 1902 begann die bewegte Geschichte der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Die Züge der Schweizerischen Centralbahn (SCB) verkehrten zwar schon seit 1. Januar 1901 auf Rechnung des Bundes, die gesetzlichen Voraussetzungen zur Gründung der SBB mussten aber erst noch geschaffen werden.

In der denkwürdigen Abstimmung vom 20. Februar 1898 hatten die Stimmberechtigten mit 386 634 Ja gegen 182 718 Nein dem «Bundesgesetz betreffend Erwerbung und Betrieb von Eisenbahnen für Rechnung des Bundes und die Organisation der Verwaltung der Schweizerischen Bundesbahnen» zugestimmt. Der Abstimmungskampf war äussert heftig: Die Befürworter argumentierten unter dem Motto «Die Schweizer Bahnen dem Schweizer Volk» für die Vorteile einer Vereinheitlichung des Bahnwesens unter der Kontrolle des Bundesstaates. Die Gegner der Vorlage warnten vor einem zusätzlichen Beamtenheer, das die Macht des Bundes vergrössern und gleichzeitig seine Finanzen zerrütten würde.

Bereits im Oktober 1900 konstituierte sich der Verwaltungsrat der SBB; er umfasste damals nicht weniger als 25 durch den Bundesrat gewählte Mitglieder, dazu kamen weitere 25 durch die Kantone und Halbkantone gewählte Mitglieder sowie vier durch die Kreiseisenbahnräte gewählte Mitglieder.

Schon im November 1900 kam ein Vertrag über den freihändigen Ankauf der Schweizerischen Centralbahn (SCB) durch den Bund zustande, und am 14. Dezember 1900 gab die Bundesversammlung ihre Zustimmung zu diesem Ankauf. Nun war Eile geboten, denn schon aufs Neujahr 1901 sollte dieser Handel rechtskräftig werden. So kommt es, dass der erste am Neujahrsmorgen 1901 in Bern aus Zürich–Aarau–Olten eingetroffene Zug um 2.00 Uhr vor seiner Weiterfahrt nach Lausanne–Genf festlich begrüsst wurde.

Der Betrieb der SCB-Linien erfolgte aber zunächst noch mit SCB-Personal, aber auf Rechnung des Bundes. Mitte 1901 löste dann die Generaldirektion der SBB das Eidgenössische Eisenbahndepartement als Aufsichtsbehörde der SCB ab.

Da auf den 1. Januar 1902 auch die Schweizerische Nordostbahn (NOB) unter die «Fittiche» der SBB kam, gilt dieser 1. Januar 1902 als «offizielles» Geburtsdatum der Schweizerischen Bundesbahnen.

Weitere Informationen und Links:

 Schweizerische Bundesbahnen SBB (Firmenporträt)
 Artikel 'Schweizerische Bundesbahnen SB...'auf Swiss-Press.com
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